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Notizen und Bilder zur Freien und Hansestadt Hamburg – By Ronald Roggen

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Deutschlands “Einfallstor der Globalisierung”

August 4th, 2014 · Kommentare

Am 24. Juni 2014 hat der Erste Bürgermeister Hamburgs, Olaf Scholz, zum Jubiläum der Stiftung Det Norske Veritas gesprochen. Det Norske Veritas (DNV) ist eine Klassifikationsgesellschaft in Form einer Stiftung. Sie wurde 1864 in Oslo gegründet. Der Unternehmenszweck ist der Schutz von Leben, Eigentum und Umwelt. Das Unternehmen gliedert sich in drei Geschäftsbereiche: DNV Maritime and Oil & Gas, DNV Kema sowie DNV Business Assurance und verfügt über Niederlassungen in mehr als 100 Ländern und über 10.000 Beschäftigte.

Auf den 12. September 2013 wurde eine Fusion der DNV und des Unternehmens Germanischer Lloyd (GL) wirksam ist. Die „Wettbewerbshüter“ der vier erforderlichen Gerichtszuständigkeiten (Süd-Korea, USA, EU/Norwegen und China) hatten dieser Fusion zugestimmt. Seitdem wird das Unternehmen als DNV GL Group bezeichnet.

“Dass die maritimen Headquarters der DNV GL Group hier in unserer Stadt sind und bleiben”, sagte Scholz, “ist von hoher Bedeutung für die 1.600 damit verbundenen Arbeitsplätze und weit darüber hinaus für die Wirtschaft der Region.” Es liege in der Natur der Sache, dass ein Prüf- und Zertifizierungsunternehmen sich um die Sicherheit und Seetüchtigkeit von Tankern und Schiffen aller anderen Art kümmere. Aber richtig sei darüber hinaus, dass auf verschmutzten, verölten und überfischten Weltmeeren keine Zukunft liegen oder schwimmen könne. “Dass es deshalb ganz wichtig ist, Themen wie Energieeffizienz und saubere, sparsame Antriebe im Blick zu haben.”

In den kommenden Jahren steigen aufgrund europäischer und internationaler Vorgaben die Anforderungen an Umweltverträglichkeit. Scholz dazu: “Ab 1. Januar 2015 gilt der Grenzwert von 0,1 Prozent für den Schwefelgehalt im Schiffstreibstoff in den Emissionssondergebieten der Nord- und Ostsee. Der Einsatz von Liquid Natural Gas (LNG) ist eine der möglichen Alternativen. Die Hamburg Port Authority arbeitet mit verschiedenen Partnern an einer Machbarkeitsstudie zum Aufbau einer Infrastruktur für die LNG-Versorgung im Hamburger Hafen.”

Scholz illustrierte die Dimension der Branche anhand einiger Zahlen: “Mit Umsätzen von 24 ½ Milliarden Euro und 66.600 Mitarbeitern in mehr als 2.000 Unternehmen ist die Metropolregion Hamburg der weithin bedeutendste Standort der maritimen Wirtschaft in Deutschland. Die maritime Industrie als Teil derselben zählt rund 26.600 Beschäftigte und steht allein für über 30 Prozent des Gesamtumsatzes der Branche. Hinzu kommen die fast 2.500 Beschäftigten in den 53 Bildungs- und Forschungseinrichtungen. Größte industrielle Einzelbranche der maritimen Industrie ist die Schiffbauzulieferindustrie.”

Auch zu den Offshore-Windparks gab Scholz Zahlen bekannt: “Die Kapazität von Offshore-Windparks ist vergleichbar mit der von konventionellen Großkraftwerken, bei hoher Volllaststundenzahl. Das Energiekonzept der jetzigen Bundesregierung trägt dem Rechnung und besagt, dass bis Ende des nächsten Jahrzehnts 15 Gigawatt Offshore-Windstrom ins Netz eingespeist werden sollen.

Scholz zitierte das Bundesverkehrsministerium, welches Hamburg ausdrücklich als das „Einfallstor der Globalisierung“ für Deutschland betrachtet, weshalb es im neuen Bundesverkehrswegeplan einen Investitionsschwerpunkt darstellen wird. “Dessen sind wir auch würdig, denn alles spricht dafür, dass die internationale Arbeitsteilung und der Welthandel weiter zunehmen werden. Hamburgs Hafen wird durch weiteres Wachstum davon profitieren und, wenn die Voraussetzungen einer guten Anbindung erfüllt sind, auch in Zukunft ein wichtiger Wachstumstreiber in der Metropolregion mit ihren fünf Millionen Einwohnern bleiben. Bundesweit ist der Hamburger Hafen Garant für mehr als 260.000 Arbeitsplätze. Wir tun übrigens das unsere: Für den Ausbau und den Unterhalt der allgemeinen Hafeninfrastruktur sind im Zeitraum 2013 bis 2018 rund 900 Millionen Euro vorgesehen.”

An die Adresse des jubilierenden Unternehmens gerichtet, erklärte Scholz: “Schiffbau und Klassifikationsgesellschaften sind untrennbar miteinander verbunden. So untrennbar wie Det Norske Veritas und der Germanische Lloyd, wir haben es eben vernommen. Heute spricht die hohe Wertschöpfung durch die Arbeit der DNV-GL-Gruppe in Hamburg für sich: Ungefähr 500 Millionen Euro des Gesamtumsatzes werden hier erzielt.”

Tags: Institutionen · Unternehmen

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