Hummeltour

Notizen und Bilder zur Freien und Hansestadt Hamburg – By Ronald Roggen

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Enttäuschung auf dem Süllberg

Dezember 25th, 2011 · Kommentare

Hamburgs Hausberg, im berühmten Blankenese – wenn das keine Location ist! Nun weist aber die Almhütte, die traditionsgemäss winterüber beim feinen Restaurant errichtet wird, nicht die Qualitäten auf, die für einen guten Ruf sorgen würden. Es begann schon bei der Reservation.

Weil das Abendessen für ein paar Personen einem schönen Anlass diente, wurde vor Ort reserviert. Nach etlichen Minuten zeigte sich die Bedienung, die sich nachmittags in der fast leeren Almhütte bewegte, endlich bereit, die Reservation entgegen zu nehmen. Es war klar: ein Tisch für fünf Personen, eine Raclette müsste vorgängig bestellt werden, alle andern Menüs am Abend ab Karte. Zwei Tage vor dem Termin die präzisierende Mitteilung an den Süllberg, dass eine Person abgesagt habe, weshalb nur für vier Personen zu reservieren sei. Alle vier würden Raclette essen. Von der Telefonzentrale wurde versichert, dass diese Reservation okay sei und der Almhütte sofort übermittelt werde.

Als die vier eintrafen, war für fünf reserviert und von der Raclette-Bestellung wusste niemand etwas. Entsetztes Gesicht der Bedienung, an Stelle einer freundlichen Begrüssung. Die vier warteten auf den Glühwein, während es kalt durch die Beine zog, weil bei der Türe kein richtiger Windfang eingerichtet war. Es war laut hier drin, sehr laut.

Nach langer Wartezeit kam alles gleichzeitig: Ein Teller mit riesigem, heissem Käsebrocken, dazu unendlich viele Tellerchen und Gefässe mit Zutaten, die man jetzt aber nicht herumreichen konnte, weil der Käse kalt wurde. Kalte Raclette ist etwas Schlimmes. Hätte es eine aufmerksame Bedienung gegeben, hätte man den grossen Teller mit dem riesigen Käsebrocken immer wieder erhitzen können. Aber die Bedienung war irgendwo, nur nicht am Tisch. So quälte man sich durch eine übergrosse, halbkalte oder vollends kalte Racletteportion, von der niemand wusste, weshalb sie so riesig war. Raclette serviert man so: Man reicht zuerst die Zutaten, damit sich alle bedienen und einrichten können. Dann kommt ein Racletteteller mit heissem, geschmolzenem Käse. Diesen mag man fertig essen, so lange er heiss ist. Dann kommt der nächste Teller. So serviert fast die ganze Welt Raclette. Nicht aber der Süllberg, wo eine gereizte Bedienung sich nur schwer bequemte, Qualität zu liefern.

Mit Mühe und Not konnte man anschliessend die Süssspeise bestellen und bekam sie nach einiger Zeit dann auch. Wie schön, dass man überhaupt bedient wird!

Und wie schön, dass man als Gastgeber zur Küche muss, um jemanden zu finden, der bereit ist, die Rechnung auszuhändigen, die ja auch nicht unbedingt bescheiden ausfiel.

Nie mehr Süllberg!

Tags: Essen + Trinken

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